Im Hintergrund eine Fundkarte von Albert Steeger

Die Sonne, lebensspendende Kraft der Erde... 

Der Mond, auch er hat eine große Bedeutung für den Menschen...

Herzlich willkommen auf den WorldWideWeb-Seiten der Archäologie in Krefeld . . . . . . . . . . Hier vermitteln wir Spannendes und Wissenswertes über Archäologie im Internet . . . . . . . . . . Jetzt neu auf unseren Seiten das virtuelle Museum Burg Linn . . . . . . . . . . Und Neuigkeiten von archäologischen Ausgrabungen des Museums Burg Linn im Stadtgebiet von Krefeld . . . . . . . . . . Wußten Sie schon, dass es in Krefeld-Elfrath einen rekonstruierten römischen Tempel gibt ? ? ? ? ?. . . . . . . . . . Oder dass es in Krefeld-Gellep das größte zusammenhängende und modern ausgegrabene römisch-fränkische Gräberfeld nördlich der Alpen gibt ?. . . . . . . . . . Wenn nicht, dann schauen Sie sich unsere Webseiten der Bodendenkmalpflege an.


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Die Lage der "Alde Kerk"  Die "Alde Kerk"  Anthropologische Untersuchungen  Otto' s 3. Kreuzzug
 Rekonstruktion der Kirche  Rekonstruktion des Pfarrhofs  Ein Priester aus der Kirche  
 8 Die "Alde Kerk". Eine 3D-Animation   9 Die "Puppenburg" von Krefeld Stratum

Die "Alde Kerk" von Krefeld-Linn

 Eines der ältesten Kirchen von Krefeld lag
"versteckt" unter einem Acker
 und wartete auf  seine Entdeckung.

 
 

Vorwort:

 Wichtige Scherbenfunde und Beobachtungen von Zerstörungen an der
"Alde Kerk" von Krefeld-Linn

er Linner Archäologe Dr. Jochen Giesler  berichtete dem Verf., wie wichtig es sei archäologische Bodendenkmäler in Bezug zu setzen. Ziel zukünftiger Untersuchungen sollte es sein, einen Siedlungsraum in seiner geografischen Struktur und seiner geschichtlichen Entwicklung von allen Seiten her zu durchleuchten. Dazu gehören Daten, Fakten des Historikers sowie aller Wissenschaften.  Giesler stellte die Frage: "Ob es in der näheren Umgebung der mittelalterlichen Siedlung und Burg am  Oelvebach  in Krefeld-Stratum noch andere bedeutende mittelalterliche Fundplätze geben würde"?

Da  erinnerte sich der Verf. an einen Ausgrabungsbericht zur "Alden Kerk" von Prof. Karl Rembert. Er verabredete sich mit dem Eigentümer der Parzelle auf der "Alde Kerk" und besichtigte den Fundplatz. Nach intensiver Begehung konnten auf dem Platz viele Scherben aufgelesen werden. Die Scherben wurden an das Museum Burg Linn übergeben. Das Ergebnis war überraschend. Auf dem Fundplatz gab es mehr ältere Scherben als es bisher bekannt war. Die Datierung durch den Ausgräber Prof. Karl Rembert musste in Frage gestellt werden. Des weiteren wurde aktenkundig gemacht, dass der Fundplatz durch das vielerorts durchgeführte Tiefpflügen unwiderruflich zerstört werden würde. Es wurden regelrecht die Knochen aus den Gräber herausgerissen und zerpflügt. Später teilte der Verf. dem neuen Ausgräber des Museums Burg Linn Herrn Dr. Christoph Reichmann seine Beobachtungen mit, der eine groß angelegte archäologische Ausgrabung auf der "Alde Kerk" unternahm um weitere Zerstörungen  zu verhindern. Nachfolgend die Ergebnisse seiner Ausgrabung. So handelte Archäologie in Krefeld im Sinne der Bodendenkmalpflege, eine Aufgabe die Sie sich immer zum Ziel gesetzt hat.


1 Die Lage der "Alde Kerk" in Krefeld - Linn

In der Preußischen Uraufnahme von 1844 noch gut zu sehen die "Alde Kerk" lag am Zufluss des Oelve- in den Linner Mühlenbach


Die "Alde Kerk" im Umfeld mittelalterlicher Siedlungen

Durch Archäologie in Krefeld wurden  bedeutende mittelalterliche Fundorte entdeckt. Hierzu gehört die Entdeckung der Puppenburg, die Siedlung von Stratum, Heulesheim, die Burg von Uerdingen und die mittelalterliche Siedlung von Serm.

Kirchen-Grabung des Museums Burg Linn in den Jahren 1989 und 1990. Hier ein Luftbild von TIM-online.

er Überlieferung nach lag die erste Linner Kirche nicht in der späteren Stadt Linn, sondern hier an dieser Stelle, auf halbem Weg von  der Burg zum Rhein.
Der Flurname "Alde Kerck" weist immer noch auf ihren einstigen Standort. Im Jahre 1279 soll sie durch Rheinhochwasser zerstört worden sein. Wie die Legende berichtet, wurde damals auch das berühmte Linner Kreuz durch die Fluten von der Alde Kerck bis zum Linner Sandberg getragen (auf halben weg nach Uerdingen), wo angeblich Jahre später ein Bauer mit dem Pflug daran stieß. Nachdem er sich vergeblich abgemüht hatte, das Kreuz nach Uerdingen zu fahren, wendete er sein Fuhrwerk und, siehe da, es rollte leicht in die Stadt Linn hinein.

Urkundlich genannt wird eine Kirche von Linn erstmals um das Jahr 1090, rund 200 Jahre vor der Stadtgründung neben der Burg Linn. Die 1989 / 90 durchgeführte Ausgrabung ergab jedoch, dass die erste Kleinkirche - ein quadratischer Bau von 6 x 6 m - bereits vor Ottonischer Zeit (im 10. Jahrhundert) errichtet worden war
(1). Die Nordwand dieser ersten Kirche wurde später in den hochmittelalterlichen Bau einbezogen. Der Plan zeigt den Grundriss der letzten, im wesentlichren während des 11. und 12. Jahrhunderts entstandenen Kirche. Damals diente das südliche Seitenschiff einer vornehmen Familie, wahrscheinlich den Herren von Linn, als Grabgelege.
Im Nordosten der Kirche befand sich auf dem Kirchhof eine alte Gerichtsstätte. Als Gerichtssymbol diente offenbar ein unbearbeiteter Findling aus tertiärem Quarzit, der außen in einem vorspringenden Pfeiler des Chores eingemauert war. Unter freiem Himmel - wie es altem Herkommen entsprach - wurde wahrscheinlich vor ihm Gericht gehalten. Einen Hinweis darauf gab die Anordnung der Gräber in diesem Bereich des Kirchhofes.

Schließlich konnte die Überlieferung von der Zerstörung der Kirche im ausgehenden
13. Jahrhundert durch die Ausgrabung bestätigt werden.

Gerichtsstein


2 Die "Alde Kerk"

Grabgelege in der Kirche

or der Gründung der Stadt Linn durch die Grafen von Kleve um 1300. lag die Kirche "von Linn" nicht an der Stelle der späteren Pfarrkirche St. Margareta nahe der Burg, sondern rund 1,5 km weiter östlich im freien Feld ( Alte Kirche ). Unmittelbar neben der Kirche befand sich nur der Pfarrhof. Ursprünglich handelte es sich um eine Außenstelle des St. Suibertus-Klosters in Kaiserswerth, für die auch im Jahre 904 richtiger weise Gellep und nicht Linn als Lagebezeichnung angegeben wurde. Da die Linner  ihre Toten aber schon länger an der Kirche bestatteten und seit dem 11. Jahrhundert auch die Herren von Linn das Innere selbst als Grabgelege nutzten, galt die Kirche schon im hohen Mittelalter als Kirche von Linn.

Da das Geschlecht derer von Linn mit Ottos Sohn Gerhard in der Mitte des 13. Jahrhunderts ausstarb, die Kirche wenig später durch Hochwasser schwer beschädigt und schließlich um 1300 abgetragen wurde, hat sich der Untergrund von jüngeren Eingriffen ungestört erhalten. Im Jahre 1989 und 1990 durchgeführte Ausgrabungen ermöglichten somit eine Identifizierung der einzelnen Grablegen.

.

Grabgelege in der Kirche


3 Anthropologische Untersuchungen der Skelettreste
 aus Grab 39 Otto von Linn

Otto von Linn
geboren um 1171 / 1172, gestorben nach 1218

Schriftliche Quellen

as edelfreie Geschlecht der Herren von Linn wird 1186 erstmals urkundlich genannt. Allerdings war der älteste Namensträger, Gerlachus de Linne, wohl nicht der Vater sondern ein Onkel, vielleicht der Vormund des noch minderjährigen Otto. Noch vor 1188 verkaufte der mittlerweile volljährig gewordene Otto zusammen mit seinem namentlich nicht genannten Bruder das väterliche Erbe mit allem Zubehör ( Allod ) dem Erzbischof von Köln, der ihn anschließend als seinen Lehnsmann wieder in den Besitz einsetzte.

Da die Volljährigkeit damals gewöhnlich mit 16 Jahren erreicht wurde, lässt sich aus dem Verkauf das Geburtsjahr Ottos auf 1170 / 71 festlegen. Im Jahre 1218 unterzeichnete er zusammen mit seinem Sohn Gerhard noch einmal eine Urkunde der Äbtissin von Gerresheim. Die Begleitung des erwachsenen Sohnes lässt vermuten, dass er damals vielleicht schon erkrankt war und bald darauf gestorben ist. Bei seinem Tode war er somit wahrscheinlich um die 50 Jahre alt.

as 1989 im südlichen Seitenschiff an prominenter Stelle aufgefundene Skelett Ottos wurde durch das Institut für Rechtsmedizin der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf näher untersucht.
(Dr. P. Pieper / R. Piolot )

 

Aus dem Untersuchungsbericht:


Geschlecht:   männlich

Alter:             Matur ( zwischen 40 und 60 )

Körperhöhe:   1,71 m

 

Das Skelett zeigt keine Anzeichen einer systematischen Erkrankung, im Sinne tumuröser, rheumatischer oder schwerer degenerativer knöcherner Veränderungen. Dies spricht zusammen mit dem kräftigen Knochenbau und deutlichen Muskelmarken für einen während seines Lebens körperlich aktiven Mann, dessen Todesursache nicht mehr mit Sicherheit evaluiert ist.

 

Allerdings gibt es Befunde, die eine zeitweise Mangelernährung, Infektionskrankheit und Stresssituation wahrscheinlich machen:

 

–   Chronische Kieferhöhlenentzündung

 

–   Arthrose Grad IV des linken Kiefergelenkköpfchens

 

–   Zahnschmelzhypoplasien, als Folge einer zeitweiligen Mangelernährung

 

–   Mit Knochenentzündungen verbundene Backenzahnverluste auf beiden Seiten des Oberkiefers, die wegen einer eintretenden Elongation, vermehrten Herauswachsens der kaum abgenutzten Zähne im Unterkiefer bereits früh eingetreten sein müssen. (aber nach Ausbildung der festen Zähne, bzw. nicht vor der Volljährigkeit)

 

–   Ausfall eines weiteren Molaren erst kurz vor dem Tode, wohl in Verbindung mit einer Entzündung.

 

–   Hämatom, Folge eines alten Blutergusses, am rechten Wadenbein

 

–   Knochenaufbaustörungen in beiden Schienenbeinen, sogen. Haris' sche Linien. Sie entstehen in jungen Jahren durch wachstumshemmende Stress-Situationen

 

–   Verlagerung des großen Zehs in Richtung des zweiten Zehs, entsteht häufig durch zu enges Schuhwerk

 

Der medizinische Befund fügt sich in vielen Punkten zum Leben eines Ritters, so die aktive Lebensführung, das Tragen zu enger Stiefel und das Hämatom, eine mögliche Folge kriegerischen Handelns. Andere Punkte hingegen sind ganz ungewöhnlich, so die beiden wohl auf die gleiche Ursache zurückgehenden Mangelerkrankungen in den Wachstumsjahren (Zahnentzündungen und Ausfall bzw. "Skorbut" und Harris' sche Linien). Normalerweise konnten sich Adelige im 12. Jahrhundert ausreichend ernähren.

 


4 Otto als Teilnehmer am dritten Kreuzzug

Nachgestellte Reitergruppe

 

us  medizinischen Gründen lässt sich die außergewöhnliche Mangel- und Stresssituation ziemlich genau auf die Zeit zwischen dem 17. und 20. Lebensjahr Ottos festlegen, also auf die Jahre zwischen 1187 / 88 und 1190 / 91.

Genau an dieser Zeit fällt der berühmte dritte Kreuzzug 1189 - 1190. Unter Führung Kaiser Friedrich I. Barbarossa musste das deutsche Heer im zweiten Jahr 1190 unter dramatischen Bedingungen das von den Seldschuken eroberte anatolische Hochland durchqueren. Die Umstände dieses Hungermarsches passen gut zum Krankheitsbild Ottos.

 

 

Noch im Jahre 1187 hatte sich der Kaiser in der nicht weit von Linn entfernten Pfalz Kaiserswerth auf gehalten. Der Erzbischof  Friedrich I, Barbarossavon Köln und Erzkanzler von Italien, Philipp I. von Heinsberg (* um 1130; † 13. August 1191 bei Neapel) Ottos neuer Lehnsherr, söhnte sich mit Friedrich aus und sagte eine Unterstützung des Kreuzzuges zu. Zudem verfügte Otto durch den Verkauf seines Allods über die Barmittel, die Friedrich zur Voraussetzung für die Teilnahme gemacht hatte.

 

Mögliche Folge einer Teilnahme Ottos am dritten Kreuzzug ist seit dem hohen Mittelalter greifbare intensive Kreuzverehrung in Linn ( "wundertätiges Kreuz", Kreuzwallfahrt, Kreuztracht am 1. Sonntag im August ). Auch besaß die Grabkirche Ottos, die "Alde Kerk", im 13. Jahrhundert anscheinend das Kreuzpatrozinium. Das Margarethenpatrozinium wurde erst im 14. Jahrhundert unter den Grafen von Kleve für die neue Stadtkirche eingeführt.

 

Zu guter Letzt zeigt der von Otto in den 90er Jahren des 12. Jahrhunderts Moderne Ritterbegonnene Bau der neuen Ringmauer an der Burg Linn einen unmittelbaren Einfluss byzantinischer Festungsbaukunst.

Neuartig und ungewöhnlich waren neben dem Baumaterial Backstein, vor allem der angestrebte regelmäßig polygonale Grundriss sowie der Einbau von Flankierungstürmen. Das sehr ehrgeizige Projekt strapazierte jedoch die Mittel Ottos beträchtlich, wie eine Untergliederung in viele kleine Bauabschnitte deutlich werden lässt. Otto selbst scheint deswegen die Vollendung der Mauer auch nicht mehr miterlebt zu haben. Die letzten Bauabschnitte auf der Vorburgseite wurden erst nach längerer Unterbrechung und verändertem Plan um die Mitte des 13. Jahrhunderts endgültig fertig gestellt.

 


5 3D Rekonstruktion und Visualisierung der Kirche

 

Bild 1
Die
Rekonstruktion der "Alde Kerk" in Krefeld-Linn

Zur Erinnerung an die Kirche wurde am Fundort eine Gedenktafel angebracht. Die "Kirche" bzw. der Fundort kann zu Fuß von Krefeld-Linn Mitte, in 25 Minuten erreicht werden.

Bild 2

Die Rekonstruktion der "Alde Kerk" in Krefeld-Linn

Bauphasen der Kirche. Rekonstruktion Museum Burg Linn.

 

Bild 3
Die Rekonstruktion der "Alde Kerk" in Krefeld-Linn

Der Ausgrabungsbefund im Plan.

Auf Basis dieser Zeichnung wurde der nachfolgend gezeichnete Grundrissplan rekonstruiert.

Bild 4
Die Rekonstruktion der "Alde Kerk" in Krefeld-Linn

Nach über 750 Jahren wird der Grundriss der Kirche sichtbar. Die Kirche wurde auf Basis eines Ausgrabungsplans, den der Linner Archäologe Dr. Christoph Reichmann dem Verfasser zur Verfügung stellte, entwickelt (Bild 3). Durch eine computer-unterstützte Animation wird eine räumliche Vorstellung der Kirche sichtbar.

Bild 5

Rekonstruktion der "Alde Kerk" in Krefeld-Linn

Südansicht der romanischen Kirche aus dem 12. Jahrhundert.

Als Vorlage diente der Kirchturm von St. Clemens in Krefeld-Fischeln und die Kirche St. Remigius in Düsseldorf-Wittlaer.

Mit einem Lasergerät hat der Verf. von Archäologie in Krefeld die beiden Kirchen vermessen, um die Höhenverhältnisse der bestehenden Kirchen auf den Grundriss der rekonstruierten Kirche zu übertragen. Das Ergebnis stellt die zeichnerische Rekonstruktion dar.

Bild 6

Rekonstruktion der "Alde Kerk" in Krefeld-Linn

Ostansicht der "Alde Kerk" von Krefeld-Linn mit rekonstruierter romanischer Apsis.

 

Bild 7

Rekonstruktion der "Alde Kerk" in Krefeld-Linn

Südansicht der gotischen Kirche.

Im 13. Jahrhundert wurde die romanische Apsis abgerissen und durch eine gotische Apsis mit Strebpfeilern ersetzt.

 

Bild 8

Rekonstruktion der "Alde Kerk" in Krefeld-Linn
Ostansicht der "Alde Kerk" von Krefeld-Linn mit gotischen Strebpfeilern an der Apsis.

Datierung: Ende 13. Jahrhundert.

 

Bild 9

Eine Säulenbasis aus der "Alde Kerk" in Krefeld-Linn

 

Die Säulenbasis stammt aus der Grabung von Prof. Dr. Rembert.

Romanische Säulen haben eine Basis, die eine quadratische Grundfläche besitzt und nach oben in eine kreisförmige Oberseite überführt wird.

Die dreieckigen Zwickel, die dabei entstehen, werden durch Blattformen (Eckblätter) geschmückt.

Am Ende des Säulenschafts wurde ein sogenanntes Würfelkapitell aufgesetzt.

Rekonstruktionsvorlage:

Krypta unter dem Chor des Doms von Gurk. (Österreich) Bauzeit 1174.

Quelle: Wikipedia

Bild 10

Ein Gerichtsstein der "Alde Kerk" in Krefeld-Linn

 

In den nördlichen Außenpfeiler des spätromanischen Chores der "Alde Kerk" war ein großer Findling eingemauert. Da seine vorspringende Seite "stuhlartig" nach außen zeigte, wie sich anhand der Mörtelspuren rekonstruieren ließ, könnte er als Gerichtszeichen bzw. Verkündstein gedient haben. Steine dieser Art fanden sich früher häufig auf rheinischen Kirchhöfen.

Kleinere Gerichtssachen (placida minora) - hier vermutlich unter dem Vorsitz des Stiftes in Kaiserswerth - konnten verhandelt und allgemeine Nachrichten bekannt gegeben werden.

Bild 11

Rekonstruktion der "Alde Kerk" in Krefeld-Linn

B
ei der 3D-Rekonstruktion wurden die Vergleichskirchen von Fischeln (St. Clemens), Mündelheim (St. Dionysius), Kalkum (St. Lambertus), Kaiserswerth (St. Suitbertus) und
Wittlaer (St. Remigius) herangezogen.
Der in (Bild 4) konstruierte Grundrissplan war Basis für den 3D-Entwurf.

Geplant ist, dass die Kirche in den einzelnen Baustufen dargestellt wird.

Auch soll eine animierte Anwendung zum Einsatz kommen.

Bild 12

Die Ausgrabungen der  "Alde Kerk" durch das Museum Burg Linn 1989/90

Links im Bild zu sehen der Gerichtsstein.

Er lag vor dem gotischen Stützpfeiler an der Apsis der Kirche.

Im Vordergrund der verf. von Archäologie in Krefeld.

Besuch der Grabungsstelle während der Mittagspause.

 


6 3D Rekonstruktion und Visualisierung des Pfarrhofs

 

 

Der Pfarrhof an der "Alden Kerk" in Krefeld-Linn

 

Draufsicht

 

Gerenderte Version.

 

ei Ausgrabungen durch das Museum Burg Linn wurden 3 Brunnen westlich der Kirche gefunden. Der Brunnen und die vielen Scherbenfunde sprechen für einen Pfarrhof. Leider beschränkten sich die Grabungen hauptsächlich auf die Kirche mit Kirchhof, sodass die genaue Lage des Pfarrhofs nur zu vermuten ist.


Die Lage des Hofs wird sich vermutlich in der Nähe der Brunnen befunden haben.
Archäologische Belege für einen Pfarrhof aus dem 11. /12 Jahrhundert sind dem Verf. nicht bekannt. Aus diesem Grund wird das mittelalterliche Wohnstallhaus aus Krefeld-Oppum als Rekonstruktionsvorlage verwendet.
 

Alle Einrichtungsgegenstände des Pfarrhofs sind durch Grabungsbefunde oder noch erhaltene Objekte belegt.

 

Schreibpult mit Stuhl sind nach einer mittelalterlichen Buchvorlage rekonstruiert worden (Bild 8).

Bildnachweise für die

3D Rekonstruktion und Visualisierung des Pfarrhofs

 

Bild 1
Rekonstruktion des Pfarrhofs der "Alde Kerk" in Krefeld-Linn

Das Wohnstallhaus des 12. Jahrhundert von Krefeld- Oberend. Lageplan des Museums Burg Linn.
Bei der Rekonstruktion wurde ein einfacher Pfostenbau angenommen.

Die Lage der Pfostengruben wurden beim 3D-Modell übernommen. Die Pfosten bestehen auch im Modell aus gespaltenen Hölzern.

Als Dachkonstruktion wurde ein einfaches Sparrendach gewählt.

Im Lageplan sind zwei versetzte  Stützbalken-Konstruktionen zu erkennen. Hier könnte es sich um schräggestellte Hölzer handeln. Sie nehmen die Seitenkräfte besser auf.

Bild 2

Rekonstruktion des Pfarrhofs der "Alde Kerk" in Krefeld-Linn

Die Lage der Brunnen.

Plan Museum Burg Linn. Die Brunnen sind wahrscheinlich nicht gleichzeitig betrieben worden.

In der rekonstruierten 3D-Animation werden sie alle dargestellt. Aus Lübeck gibt es einen ganz erhaltenen Windenantrieb. Ein Dach wurde nicht vorgesehen, da die Brunnenöffnungen mit Deckeln verschlossen wurden. Der größere Brunnen wurde als Katenbrunnen im Modell ausgeführt. Sonst verwendete man ausgehöhlte Baumstämme. Zu besichtigen im Museum Burg Linn. Der Kastenbrunnen wurde als Ziehbrunnen konzipiert. Eine zeichnerische Hilfsstudie ergab günstige Radiuswerte. Die Schöpfstange deckte den Öffnungsbereich des Brunnenquerschnitts ab.

Schöpftiefen von 4 m konnten erreicht werden. 

Bild 3
Rekonstruktion des Pfarrhofs der "Alde Kerk" in Krefeld-Linn

Das Aussehen der Häuser im Innern. Bilder von Pieter Bruegel d. Ä.

Der rekonstruierte Pfarrhof hatte mit Kalk weißgestrichene Wände, die in Lehmpflecht-Wandtechnik ausgeführt wurden. Die Balken lagen im Innern der Wohnräume frei wie auf dem Bild von Pieter Bruegel gut zu erkennen ist.

Tische, Stühle sind sehr einfach gestaltet. Gedrechselte Gegenstände, wie flache Holzteller wurden ebenfalls für die Rekonstruktion des Pfarrhofs übernommen.

Bild 4
Rekonstruktion des Pfarrhofs der "Alde Kerk" in Krefeld-Linn

Das Aussehen der Häuser von Außen.
Bilder von Pieter Bruegel d. Ä.


Ein schönes Detail ist auf Bild 4 zu sehen.

Die Fensterläden wurden von innen verschlossen.

Die Fensterausschnitte haben Balken-Konstruktionen in der Dicke der Lehm-Flechtwand.

Der Regen hat auf der Hauswand den Lehm freigespült, sodass die Flechtung sichtbar wird.

Wegen Wetterungsschutz wurden die Wände außen ebenfalls weiß gekalkt.

Quelle: Museum Burg Linn

Quelle: Museum Burg Linn

Quelle: Wikipedia

Quelle: Wikipedia

3D Rekonstruktionen und Visualisierung

 

Bild 5
Rekonstruktion des Pfarrhofs der "Alde Kerk" in Krefeld-Linn

Der Funkenschutzschirm ist ein notwendiges Konstruktionselement für das Betreiben einer offenen Herdstelle.

Die Dächer waren mit trockenem Reet gedeckt und schnell durch Funkenflug entflammbar.

Durch Öffnungen in den Giebeln der Dächer kann der Rauch entweichen.

Mittelalterliche und zeitgenössische Konstruktionen sind überliefert (Bild 5).

Bild 6
Rekonstruktion des Pfarrhofs der "Alde Kerk" in Krefeld-Linn.
Ein für die Zeit typischer Gebrauchs-Gegenstand

Auf Bild 6 ist ein vierrädriger Wagen, der mit zwei Pferden gezogen wird, abgebildet.

Der Verf. übernahm für den Wagen den "leiterwagenähnlichen Aufbau".

Die beschlagenen Pferde sind in Sielenanspannung vor dem Wagen dargestellt.

Bild 7
Rekonstruktion des Pfarrhofs der "Alde Kerk" in Krefeld-Linn.
Ein für die Zeit typisches landwirtschaftliches
Gerät

Der  rekonstruierte Spaten liegt im Film auf einem Sarg.

So ein eiserner Beschlag konnte lange verwendet werden. Der Stiel aus Holz ist naturgemäß schnell beschädigt.

Das Eisen wurde auf den mittelalterlichen Siedlungen im Rennofen selber erzeugt.

Belege dafür gibt es in den Siedlungen in Oppum-Oberend und Krefeld-Vennikel.

Bild 8
Rekonstruktion des Pfarrhofs der "Alde Kerk" in Krefeld-Linn.
Ein für die Zeit typischer Gegenstand

Schreibpult mit Stuhl und Buch der Benediktinerregel auf dem Bett.


Da der Priester der "Alde Kerk" nachweislich mit den umliegenden Klöstern Kaiserswerth und Haus Meer Kontakt hatte, wird er vermutlich auch ein ähnliches Mobiliar und Schreibutensilien besessen haben, wie es in den Skriptorium (Schreibstube) der Klöster üblich waren.

Quelle: Bernd Kunze, Hausforscher-unterwegs-www.hausforscher.de

Quelle: Stiftsbibliothek Lilienfeld, Concordanciae carititatis, Cod. 151 fol. 235v. Bildnummer: 004115
www.imareal.oeaw.ac.at/realonline

Quelle: Joachim Meinicke, marca brandenburgensis AD 1260, Berlin, www.brandenburg1260.de

Quelle: Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, Cod. Guelf. 58 Weissenburg., fol. 8r

3D Rekonstruktionen und Visualisierung

 

Bild 9
Rekonstruktion des Pfarrhofs der "Alde Kerk" in Krefeld-Linn.
Ein für die Zeit typischer Einrichtungs-Gegenstand

Die romanische Truhe. Ein schönes Beispiel für die Schlichtheit romanischer Truhen ist in Bild 9 zu sehen.

In dieser Truhe wird der Geistliche sein "Hab und Gut" gelegt haben.

Bei der Rekonstruktion wurde sie daher auch in die Stube des Priesters gestellt.

Bild 10
Rekonstruktion des Pfarrhofs der "Alde Kerk" in Krefeld-Linn.
Für die Zeit typische Keramik

Schema der Keramikentwicklung.

Die verwendete Keramik im Pfarrhof entspricht der Zeit des 11. / 12. Jahrhunderts.

Auf der Tafel handelt es sich um folgende Keramik:

Pos. 10 (Reliefbandamphore),

Pos. 11 (Pingsdorfer Keramik)

Pos. 15 (Kugeltopfkeramik blaugraue Ware).

Leider konnten die typischen Farbaufträge nicht realisiert werden.

Bild 11
Rekonstruktion des Pfarrhofs der "Alde Kerk" in Krefeld-Linn.
Ein für die Zeit typischer Gebrauchsgegenstand

Kessel zum Kochen über dem Feuer waren vielfältig im Gebrauch, wie im Bild 11 zu sehen ist.

Die Vorlage für den Kessel stammt aus der Wikingerzeit.

Er war aus einzelnen Eisenblech-Segmenten gefertigt und vernietet worden. Dabei bestand der untere Teil aus einem Eisenblech, das zu einer Halbschale geschmiedet wurde.

Bild 12
Rekonstruktion des Pfarrhofs der "Alde Kerk" in Krefeld-Linn.
Ein für die Zeit typischer Einrichtungs-Gegenstand

Die Badewanne.

Im späten Mittelalter gab es in den Städten Badehäuser.

Auf dem Land waren Wannen aus Holz, wie der Beruf des Böttchers sie fertigte, in Gebrauch.

Quelle: www.tischler.de

Quelle: Dr. Günter Krause, Duisburg, www.archaeologie-duisburg.de

Quelle: Wikipedia Mittelalterliche Küche mit offener Feuerstelle und Kochkessel, Darstellung um 1505

Quelle: Wikipedia

3D Rekonstruktionen und Visualisierung

 

Bild 13
Rekonstruktion der "Alde Kerk" in Krefeld-Linn.
Eingang zum Kirchhof.

Das typische Eingangstor zum Kirchhof ist mehrmals in Bildzeugnissen dokumentiert.

Die Lage des Tores wurde bei der Grabung durch Pfostenlöcher nachgewiesen.

Flechtzäune sind im Bild 13 dargestellt.

Weiden wurden systematisch an den Wegen gepflanzt. Die Zweige der Weiden fanden vielfältige Anwendung.

Die Fischer fertigten aus ihnen Reusen an.

Die Korbflechter banden aus ihnen Körbe und die Hausbauer benötigten die Weiden zur Herstellung der Lehmflechtwände.

Bild 14
Rekonstruktion des Pfarrhofs der "Alde Kerk" in Krefeld-Linn.
Ein mittelalterliches Hochbeet und Sträucher.

Durch Funde in 3 Brunnen aus dem 12. u. 13. Jahrhundert konnten in unmittelbarer Nähe zum Kirchhof Heckengehölze wie Haselnuss, Holunder sowie Heilkräuter Bilsen- und Eisenkraut nachgewiesen werden.

Die Lage des Kräutergartens auf dem Kirchhof  wurde vom Archäologen Dr. Chr. Reichmann angenommen.

Eine mittelalterliche Abbildung zeigt ein Liebespaar im Hochbeet-Kräutergarten.

 

Bei den Sträuchern auf dem Kirch- und Pfarrhof  handelt es sich um Haselnuss- und Holundersträucher.

Im Pfarrhof steht außerdem eine Weide und ein Apfelbaum.

 

Bild 15
Rekonstruktion der "Alde Kerk" in Krefeld-Linn.
Dargestellt ein Getreidefeld.

Seit Alters her wird das Getreide mit der Sense geschnitten.

Pieter Bruegel d. Ältere hat das in einem Bild sehr gut dargestellt.

Selbst die Spuren der Aussaat hat er in einem Streifenmuster gemalt.

 Das Getreide steht übrigens Höher als unsere heutigen Getreidearten.

Bild 16
Rekonstruktion des Pfarrhofs der "Alde Kerk" in Krefeld-Linn. Das "Oberländer Schiff" aus dem 11. Jahrhundert.


Da der Pfarrhof am Linner Mühlenbach lag, konnte von hier aus ein Fischerboot bis zum Rhein fahren.

Ein solches Boot wurde bei der Hafenerweiterung gefunden.

Das sogenannte "Oberländer Schiff" wurde anhand der Skizze rekonstruiert.


Weitere Einzelheiten zum Schiff finden Sie
hier.

Quelle: Reichmann, Chr.: Der alte Friedhof am Niederrhein in Literatur, Bild und archäologischem Befund (1997)

Quelle: Handschrift von Martinus Opifex 1440. Liebespaar im Kräutergarten.

Quelle: Wikipedia

Quelle: Zeichnung R. Breden. DSM (Deutsches Schifffahrtsmuseum)

3D Rekonstruktionen und Visualisierung

 


3D Rekonstruktionen und Visualisierung des Waldes

Die Waldrekonstruktion (Bild 17) wurde auf Grundlage eines Pollendiagramms durchgeführt. Eichen, Erlen und Haselsträucher prägen die Landschaft. Ein hoher Anteil von Gräsern und Getreidepollen sind ebenso festzustellen. Durch bessere klimatische Bedingungen und der Einführung der Dreifelderwirtschaft nahm die Bevölkerungsdichte rasch zu.

Bild 17
Die Kirche mit Furt durch den Linner Mühlenbach

Im Hintergrund die Rekonstruktion des Waldes der "Alde Kerk" in Krefeld-Linn. Zeitstellung: 11. / 12. Jahrhundert.
 

Quellennachweis für die 3D Rekonstruktion des Waldes
Quelle: Spät- und Nacheiszeitliche Vegetationsbilder aus dem Niederrheingebiet von Hans-Wolfgang Rehagen.


Das Ergebnis nach einem Jahr Arbeit am Rechner und im Freien.

Die Kirche mit Pfarrhof und Brunnen.

Rendering

Erst die fotorealistische Renderung, zeigt wie die Kirche im Innern ausgesehen haben könnte.

 

 


 

Die Besoldung der Geistlichen im Mittelalter

 

 

Um sich ein Bild von der finanziellen Lage eines Pfarrers mit Pfarrhof zu machen empfehle ich diesen Artikel zu lesen. Er soll eines der frühestesten Hinweise auf die Besoldung eines Pfarrers im Mittelalter sein. Der Artikel darf mit Genehmigung vom Verfasser des Artikels Herr Frank Lechtenfeld hier wiedergegeben werden.

 


7 Ein Priester aus der "Alde Kerk"


 

 

 

 

Urkunde über einen Priester der "Alden Kerk"

Der "Pfarrer" als Heilkräuterkundler

 

n der Zeugenliste einer Urkunde aus dem Kloster Meer erscheint 1211 der Priester ( sacerdos de Linne ) Wiricus ( Kopie der Urkunde, Hauptstaatsarchiv Düsseldorf, Meer 18).
 

Die neutrale Bezeichnung "Priester" gibt keinen Aufschluss über seinen Status im Verhältnis zur Pfarrei. Wahrscheinlich handelt es sich jedoch um einen Vicar, also einen in Vertretung des eigentlichen Pfarrers mit der Geschäftsführung vor Ort beauftragten Priester.

In einem etwas jüngeren Ämterverzeichnis ( Liber valoris, vor 1308 ) sind jedenfalls für die Linner Pfarrstelle ein "Pastor" und ein "
Vicarius" angegeben. Der Pastor gehört vermutlich zum Kreis der Kaiserswerther Stiftsherren.
 

Der Pfarrhof lag seit dem 10. Jahrhundert an der Westseite des Kirchhofes. Freigelegt wurden bei einem Probeschnitt 1989 / 90 drei Baumstammbrunnen. Sie enthielten unter anderem zahlreiche Samen von Heilkräutern, vor allem Verbena officinalis (Eisenkraut) und Hyoscyamus niger (Bilsenkraut). Anscheinend hat sich der Pfarrer mindestens im späten 12. und 13. Jahrhundert, also zur Zeit des Wiricus und Ottos von Linn, mit Kräuterheilkunde befasst hat.

 


8 Die Alde Kerk. Eine 3D Animation in HD-Qualität
Kurzfilm von Archäologie in Krefeld

urch das Museum Burg Linn erhielt der Verfasser von Archäologie in Krefeld einen Grabungsplan. Hier im Bild und Film das Ergebnis der Rekonstruktion der "Alde Kerk von Krefeld-Linn".


Fotomontage der Kirche in Originalausrichtung

 


9 Das archäologische Umfeld der "Alde Kerk"
 in Krefeld-Linn

Abb. 4 Die "Puppenburg"

 

 

Die Grabungen auf der "Puppenburg"

Siedlung 9.-11. Jahrh. und Motte 13. Jahrh.

ie "Puppenburg" lag nur 770 m von der "Alde Kerk" am Oelvebach entfernt (Abb. 4). Durch Hinweise des Verfassers an das Museum Burg Linn konnte Siedlung und Motte (Burganlage) durch Dr. Jochen Giesler in den Jahren 1979/80 ausgegraben werden. Die Burg stammt aus dem 13. Jahrhundert (Ausgrabungsbericht). Burg und Kirche haben also gleichzeitig bestanden.

 

Castrum Mare, eine Niederungsburg bei Haus Meer, zeigt uns wie solche Burgen einmal ausgesehen haben.

Abb.1

Abb. 2

Abb. 1 -2  "Castrum Mare"

Eine mittelalterliche Niederungsburg bei Haus Meer

 

 


Angebot einer 3D Rekonstruktionen

 

Das hier dargestellte Projekt einer 3D Rekonstruktion soll zeigen welche Möglichkeiten bestehen aus archäologischen Ausgrabungen und historischen Hinterlassenschaften die Welt des Mittelalters eindrucksvoll darzustellen.

 

Besonders Besuche in einem Museum können durch 3D - Visualisierungen in eine Welt eintauchen die es heute nicht mehr gibt.

 

Wer eine 3D Rekonstruktion für eine Ausstellung im Museum benötigt kann sich gerne an uns wenden.

 

 

 


Für Hilfe bei der Rekonstruktion der Alde Kerk von Krefeld-Linn,

bedankt sich der Verf. bei
em. o. Prof. Dr.-Ing. Dr. phil. Günther Binding

und Dr. Christoph Reichmann


Fußnote:

(1) Eine eindeutige Datierung der Kleinkirche in das 7. Jh. ist auf Grund der Befundlage nicht möglich. Die Vergleichskirche St. Clemens in Krefeld-Fischeln, die 1966 durch G. Binding ausgegraben wurde ist in das 10. Jh. datiert worden. Bei der Rekonstruktion der Alde Kerk von Krefeld-Fischeln hat sich der Verf. wegen der unsicheren Datierungslage das 10. Jh. angesetzt.


Literatur:

Binding, G. : Bericht über die Untersuchungen in der Kirche St. Clemens zu Krefeld-Fischeln 1966. In: Die Heimat 37, 1966, S. 101-103.
 
Binding, G. : Berichte und Mitteilungen zur Urgeschichte, Frühgeschichte und Mittelalterarchäologie, Offa Sonderdruck, 1980, 282 ff. - Band 37, Festschrift für Hermann Hinz, Karl Wacholtz Verlag Neumünster.

Binding, G. : Bericht über Ausgrabungen in niederrheinischen Kirchen 1964-1966: Sonderdruck aus Bonner Jahrb. 167, 1967, S.369-373.


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