Im Hintergrund eine Fundkarte von Albert Steeger

Die Sonne, lebensspendende Kraft der Erde... 

Der Mond, auch er hat eine große Bedeutung für den Menschen...

Herzlich willkommen auf den WorldWideWeb-Seiten der Archäologie in Krefeld . . . . . . . . . . Hier vermitteln wir Spannendes und Wissenswertes über Archäologie im Internet . . . . . . . . . . Jetzt neu auf unseren Seiten das virtuelle Museum Burg Linn . . . . . . . . . . Und Neuigkeiten von archäologischen Ausgrabungen des Museums Burg Linn im Stadtgebiet von Krefeld . . . . . . . . . . Wußten Sie schon, dass es in Krefeld-Elfrath einen rekonstruierten römischen Tempel gibt ? ? ? ? ?. . . . . . . . . . Oder dass es in Krefeld-Gellep das größte zusammenhängende und modern ausgegrabene römisch-fränkische Gräberfeld nördlich der Alpen gibt ?. . . . . . . . . . Wenn nicht, dann schauen Sie sich unsere Webseiten der Bodendenkmalpflege an.


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Rheinisches Amt für Bodendenkmalpflege
 

Archäologie im Rheinland

2006

  •  STADT KREFELD

Untersuchungen an der Geismühle

von
Christoph Reichmann

ie Geismühle dicht an der A 57 und neben der gleichnamigen Raststätte gelegen, wird vielen Autofahrern bekannt sein. Sie zählt zu den ältesten erhaltenen Turmwindmühlen des Niederrheins und insbesondere zu den ältesten Mühlen mit erhaltenem Mahlwerk. Die erste urkundliche, Nachricht stammt aus dem Jahre 1575. Damals baten die Heerdter (heute Düsseldorf- Heerdt) den Kölner Erzbischof wegen des weiten Weges zur Geismühle um Befreiung vom dortigen Mahlzwang. Allerdings waren die Heerdter nicht die ersten, die aus dem ursprünglich dass ganze am Linn umfassenden Mühlenbann ausschieden, sodass die Mühle 1575 schon längere Zeit bestanden haben muss. Die ungewöhnliche Form und Durchfensterung des Mühlenturms sowie die Reste zweier alter Kamine im Inneren gaben schon früh Anlass zu der Vermutung, dass der Turm ursprünglich nicht als Mühle, sondern als Wachturm, errichtet worden war (Abb. 201). Notwendig gewordene Reparaturarbeiten, die auf bürgerschaftliche Initiative hin zu einer gründlichen Wiederinstandsetzung erweitert werden konnten, führten nun zu neuen Erkenntnissen über die Mühle und ihre Vorgeschichte. Als man den Mühlenhügel zur Trockenlegung des Einfahrtgewölbes aufgeschnitten hatte, zeigte sich überraschenderweise, dass Hügel und Einführt nicht erst im 19. Jahrhundert entstanden waren, wie es zunächst den Anschein hatte. Die ehrenamtlichen Mühlensanierer stießen unerwartet auf Mauerreste einer ins 18. Jahrhundert zurückreichenden, offenbar holzgedeckten Einfahrt (Abb. 202). Außerdem zeigte sich am Turmmauerwerk dicht unterhalb der modernen Erdanschüttung ein mit Werksteinen Trachyt abgedeckter Sockel (Abb. 203), der offensichtlich mit einem viel älteren, allerdings niedrigeren und steiler geböschten Hügel korrespondierte. Dieser ältere Hügel war im untersuchten Aufschluss jedoch nur auf einer kleinen Fläche erhalten, da man offenbar den Anschlussbereich zur Turmwand während des 17. Jahrhunderts kurzzeitig aufgegraben und wieder verfüllt hatte.

Die Datierung des Vorganges ergibt sich aus einer abschließenden Bauinschrift am reparierten Sockel. Schadhafte Teile des Trachytverbandes wurden damals gegen Blausteine ausgetauscht. Vor allem vermauerte man auch einen das Band durchstoßenden Brunnenschacht (s. u.). Die wenigen professionell eingeritzte Inschrift lautet: M W F 1661 M. Trotz ihrer groben Machart bezieht sie sich wahrscheinlich auf die beteiligten Handwerker, denn der damalige Müller hieß Johann Stocker.

Offenbar während der Bauarbeiten, zumindest während der Aufgrabung des tieferen Turmmauerwerks. wurden dicht an der Mauer Feuer abgebrannt, die größere Brandflecke belegen. Aufgrund der anschließenden Erdabdeckung blieben sie gut konserviert.

Für das Jahr 1646 ist tatsächlich eine Belagerung der Mühle durch marodierende Soldaten belegt. Nach Aussage des Müllers versuchte man dabei, ihn und seine Leute durch Feuer auszuräuchern.

Dennoch ist ein Zusammenhang nicht sicher zu beweisen, zumal sich in diesem Falle die Bauarbeiten über mehr als zehn Jahre erstreckt haben müssten. Insgesamt scheinen die 1661 abgeschlossenen Arbeiten, aber schon eine Folge der Beschädigung der Mühle während des Dreißigjährigen Krieges gewesen zu sein, denn offenbar wurde auch ein neuer, oben für die Bedienung des Krühwerkes und der Flügel abgeflachter Hügel angelegt (Abb. 201). Ein Erdhügel war natürlich gegen Witterungs- und Kriegseinflüsse beständiger als der alte, höher gelegene, hölzerne Arbeitsumgang. Allerdings erforderte eine Änderung der Arbeitshöhe auch einen größeren Umbau des Mühlenantriebs, der sieh somit indirekt ebenfalls für diese Zeit belegen lässt.

Korrespondierend zur ursprünglich bis zu 2 m hohen und rund 10 m vom Turmfundament nach außen reichenden Hügelaufschüttung fand sich bei der Erneuerung der Mühlenzufahrt der Ansatz eines dazu passenden Umfassungsgrabens (Abb. 201).

Wie anschließend durchgeführte Bohrungen ergaben, verlief der Graben rings um den Turm und besaß eine Breite von rund 11,50 m. Die Tiefe ließ sich noch nicht sicher ermitteln. Alles in allem ergibt sich damit jedoch das Bild einer stattlichen Wehranlage und nicht nur eines einfachen Wehrturms.

Die einzigen unmittelbar datierenden Funde aus den Erdanlagen sind zwei Siegburger Faststeinzeugscherben, die an der Oberkante des alten Humus unter der Hügelanschüttung traten. Eine Enge zeitliche Einordnung ist wegen der geringen Größe der Scherben schwierig. Sie unterstützen jedoch die aus dem verwendeten Ziegelmaterial und der Mauertechnik (relativ sauberer gotischer Verband) abgeleitete Datierung des Turms in die Zeit um 1300 bzw. an den Beginn des 14. Jahrhunderts. Bei den Erdarbeiten wurde auch ein gemauerter Brunnen angeschnitten (Abb. 201), der offenbar zeitgleich mit ihm angelegt zur Hälfte im Außenmauerwerk des Turms liegt. Die zweite Hälfte ragt als rechteckige Aufmauerung nach außen über die Turmfront vor und reichte ursprünglich bis dicht unter die Oberkante des den Schacht verdeckenden Hügels.

Zugänglich war der Brunnenschacht vermutlich durch einen heute vermauerten Gang vom Turminneren aus, jedoch gab es im Bedarfsfall auch eine Revisionsmöglichkeit von außen. Interessant ist nun, dass der Brunnenschacht zu einem späteren Zeitpunkt nach oben verlängert wurde. Dabei durchbrach man den Werksteinsockel und stemmte eine halbrunde Schale aus der Turmmauer. Die Außenmauer der Ergänzung wurde nicht mehr rechteckig, sondern rund angelegt. Da der Schacht nun auf der Holzgalerie der Mühle endete, ist anzunehmen, dass die Verlängerung zu einer Zeit vorgenommen wurde, als der Turm bereits in eine Mühle umgewandelt war. Der von der Abmauerung des Jahres 1661 aus gemessen 6,70 m tiefe Brunn wurde an der Sohle einmal - wohl wegen Wassermangel - rund einen Meter weiter abgetieft und neu unterfangen, dann ‚ aber in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts doch endgültig, aufgegeben. Daraus ergibt sich, dass der Turm schon zu dieser Zeit mindestens 100 Jahre vor der ersten urkundlichen Erwähnung - als Mühle in Betrieb war. Neben einigen Scherbematerial und anderem Abfall fanden sich im Brunnenschacht auch‚ zwei fragmentierte und zusammengerottete Schulterstücke eines gotischen Plattenpanzers aus der‚ zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Zwar lagen die Teile in der oberen, erst während des 17. Jahrhunderts eingebrachten Füllung, doch waren sie nicht nur mit jüngerem Abfall, sondern auch mit spätmittelalterlichen Scherben vergesellschaftet, sodass sie nicht unbedingt als Altstücke aufbewahrt worden sein müssen, sondern auch bei den damaligen Reparaturarbeiten aus der aufgegrabenen Hügelfüllung in den Schacht gelangt sein können.

Da der Turm später als erzbischöfliche Bannmühle diente, liegt die Annahme nahe, dass die um 1300 angelegte ursprüngliche Befestigung vom damaligen Besitzer Linns, dem Grafen von Kleve, errichtet wurde.

Trotz der im Unterschied zu den meisten bekannten Wachtürmen in Süd- oder Mitteldeutschland sehr massiven Befestigung mit Hügel und Wehrgraben spricht derzeit nichts gegen eine Funktion als Wachtposten an der dicht vorüberführenden Fernstraße, dem sog. Hohlen Weg. Ein gewichtiges Argument für diese Funktion ist schließlich auch die Lage‚ auf einer sanften Anhöhe und nicht im Niederungsbereich, wie es bei befestigten Dynastenburgen am unteren Niederrhein sonst üblich war.


Literatur:

  • G. Rotthoff: Kriegsleiden des Geismüllers. Die Heimat (Krefeld) 35, 1964, 41-42.

  • H. Vogt: Die Rheinischen Windmühlen (Krefeld 2005) 363-365.

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